Religionen für den Frieden

08.03.2026

Die Friedenserkärung der Religionsgemeinschaften wird als Zeitkapsel versenkt und dient als Botschaft für zukünftige Generationen.

Religionen für den Frieden
Ein starkes Zeichen für den Frieden setzten am Sonntag, den 9.Februar 2026 die am Campus der Religionen beteiligten Kirchen und Religionsgesellschaften. 
Schon seit Jahren arbeiten die Religionsgemeinschaften in Österreich und so auch in Wien voll Respekt und auf Augenhöhe zusammen. Dabei stehen die gemeinsamen Aufgaben zu einem friedvollen Miteinander in der Gesellschaft im Mittelpunkt. 

Vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse auf vielen Orten der Welt und aus dem Verlangen nach einem sichtbaren Zeichen für gesellschaftlichen Frieden, versammelten sich die Vertreter der Religionsgemeinschaften zu einem kraftvollen Statement.

Treffpunkt war das Seelsorge-Zentrum Edith Stein in der Seestadt Aspern. Von dort aus ging es in einem gemeinsamen Fußmarsch zum Platz des Campus der Religionen. Da an diesem Sonntag auch der Welttag der Frauen gefeiert wurde, verteilten die männlichen Vertreter der Religionsgesellschaften Blumen Frauen, denen sie auf dem Weg zum Campus Gelände begegneten und informierten sie auch über das Anliegen der Friedenserklärung. 

Wiener Erklärung für den Frieden
Am 9.Jänner 2025 wurde die «Wiener Erklärung für den Frieden» von Kardinal Schönborn, Oberrabbiner Engelmayer und Präsident Vural für die katholische Kirche, die israelitische Kultusgemeinde und die islamische Glaubensgemeinschaft unterzeichnet. 
Ein Jahr danach konnte nun die «erweiterte Wiener Erklärung für den Frieden» in Anwesenheit vieler Besucherinnen und Besucher auf dem Platz des Campus der Religionen von den Vertretern der Kirchen und Religionsgemeinschaften feierlich unterzeichnet werden: Superintendent Matthias Geist (Evangelische Kirche A.B.), Superintendent Stefan Schröckenfuchs (Evangelisch-methodistische Kirche), Oberrabbiner Jaron Engelmayer (Israelitische Kultusgemeinde), Hirte Walter Hessler (Neuapostolische Kirche in Österreich), Gursharan Singh Mangat (Sikh Gemeinde Österreich), Sunil Narula (Hindugemeinschaft Österreich), Archimandrit Ilias Papadopoulos (Ökumenisches Patriarchat Metropolis von Austria), Bischofsvikar Dariusz Schutzki (Römisch-katholische Kirche), Erster Imam Ermin Šehic (Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich), Prof. Gerhard Weissgrab (Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft) sowie von Harald Gnilsen (Verein Campus der Religionen). Auch Vertreter der Medien und des Österreichischen Rundfunks begleiteten diesen Anlass.

Bevor das unterfertige Friedensdokument in eine Zeitkapsel eingebracht, in ein Fundament versenkt und mit Beton versiegelt wurde, verlasen Obberrabbiner Engelmayer und Erster Imam Šehic die Erkläring für die Anwesenden. Eine Messingtafel weist auf den Anlass und diesen besonderen Ort hin. Zwar ist die zukünftige Gestaltung des Campus der Religionen noch Gegenstand gemeinsamer Überlegungen der Stadt Wien und der beteiligten Religionsgemeinschaften, doch mit der gemeinsamen Erklärung für den Frieden und der Zeitkapsel als dauerhaftem Symbol ist ein wichtiger Schritt für das Projekt und vor allem für Religion als Fundament friedvollen Miteinanders gesetzt.

 

Th. Zadrazil