„Komm, Herr Jesus!“

08.10.2025

Apostel Matthias Pfützner besuchte die Kirchengemeinde Wien-Donaustadt und lud im Anschluss an den Gottesdienst zu einem gemütlichen Beisammensein ein.

Zu Beginn sprach der Apostel über die Notwendigkeit von Ruhezeiten für die Seele. Wie ein Navigationssystem, das dem Fahrer regelmäßige Pausen empfiehlt, ermahnt uns Gottes Geist, einen Rastplatz für die Seele aufzusuchen. „Und wo ließe sich bessere Erholung für Geist und Herz finden als in einem Gottesdienst?“, fragte er.
 
Der Predigt lag das Bibelwort aus Offenbarung 22, 20 zugrunde: „Amen, komm, Herr Jesus!“
 
Apostel Pfützner wies darauf hin, dass dies der letzte Satz eines Menschen in der Heiligen Schrift ist. Und er spannte den Bogen zum ersten Satz, den ein Mensch in der Bibel spricht: Adam im Paradies sagt – aus Angst vor Gott – „Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackt; darum versteckte ich mich“ (1. Mose 3, 10).
 
Zwischen diesen beiden Sätzen – zwischen „Ich fürchtete mich“ und „Komm, Herr Jesus“ – entfaltet sich die ganze Geschichte Gottes mit den Menschen: vom Verstecken aus Angst hin zur sehnsuchtsvollen Liebe zu Gott.
 
Die Bibel erzählt über Jahrhunderte hinweg, wie Gott dem Menschen in Liebe entgegenkommt. Immer wieder begegnet uns der Zuspruch: „Fürchte dich nicht!“ – eine Einladung, Vertrauen zu fassen und die Nähe Gottes zuzulassen. Im Kreuz Christi erreicht diese Bewegung ihren Höhepunkt: Aus Furcht wird Vertrauen, aus Distanz wird Nähe, aus Angst wird Liebe.
 
Dann lenkte der Apostel den Blick auf das persönliche Glaubensleben: Zwischen diesen beiden Sätzen – „Ich fürchtete mich“ und „Komm, Herr Jesus“ – liegt auch unser eigenes Leben. Jeder von uns kennt Momente des Versteckens, der Angst oder der Scham.  Doch in Christus wächst in uns das Vertrauen: „Ich brauche mich nicht mehr zu fürchten – ich darf sagen: Komm, Herr Jesus.“
 
Der Apostel machte deutlich, dass der Glaube ein Weg von der Angst zur Liebe, von der Distanz zur Nähe, von der Schuld zur Gnade ist. Am Ende steht nicht der Mensch, der sich versteckt, sondern der Mensch, der wartet – und liebt. In diesem Sinn stellte er der Gemeinde auch die Frage: „Sind wir Jesus schon ähnlicher geworden? Leben wir wirklich das, was neu apostolisch sein bedeutet?“ Glaube, so betonte er, sei kein Auswendiglernen biblischer Texte, sondern eine lebendige Beziehung zu Gott – ein Leben aus der Sehnsucht nach seiner Nähe.
 
Bezirksevangelist Christoph Black griff diesen Gedanken auf und wünschte der Gemeinde, sich im Glauben immer weiter zu entwickeln – nicht stehen zu bleiben, sondern den inneren Prozess der Erneuerung bewusst zuzulassen. Diese Sehnsucht nach Gott, so sagte er, solle nicht aus Pflicht, sondern aus Liebe erwachsen.
 
Der Gemeindevorsteher Priester Klaus Dainko erinnerte daran, dass man sich Gott nicht „im Vorübergehen“ nähern könne. Begegnung mit Gott geschehe dort, wo wir ihm Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Gerade in den persönlichen Erlebnissen mit Jesus finde der Mensch Zuflucht und Ruhe vom Alltag.
 
Auch in der Sündenvergebung und im Heiligen Abendmahl wurde die zentrale Botschaft des Abends spürbar: Gott kommt uns in Liebe entgegen – und wir dürfen ihm ohne Furcht begegnen.
 
Nach dem Gottesdienst blieb der Apostel noch im kleinen Kirchensaal, um mit vielen Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen. Bei einem liebevoll vorbereiteten Buffet nutzten zahlreiche Anwesende die Gelegenheit zu Begegnung und Austausch. Es war eine Atmosphäre spürbarer Freude, Nähe und Dankbarkeit – ein Abend, an dem sich Gemeinschaft und Gottesliebe in besonderer Weise vereinten.