Ihren 90-jährigen Bestand feierte die Kirchengemeinde in Wien-Landstrasse mit zahlreichen Veranstaltungen am Wochenende des 18.und 19. Oktober 2025. Die Feierlichkeiten gipfelten am Sonntag in einem Festgottesdienst zu dem Bezirksapostel Thomas Deubel nach Wien kam. Er legte seiner Predigt ein Wort aus Psalm 26,8 zugrunde: „Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt“.
Sichtlich beeindruckt von den Feierlichkeiten und dann auch im Gottesdienst von den musikalischen Beiträgen, erwähnte der Bezirksapostel aber auch schmunzelnd das Knarren des Bodens im altehrwürdigen Gebäude der Kirchensaales. Er hob all jene hervor die mitgeholfen haben diese Jubiläumsfeierlichkeiten so umfangreich und liebevoll zu gestalten und erinnerte zugleich an all jene, die schon im Jenseits sind. Jeder einzelne hat seinen Abdruck hinterlassen.
Bezugnehmend auf das Bibelwort, in welchem König David Gott die Ehre gibt, verwies der Bezirksapostel auf andere Bibelübersetzungen, in welchen an Stelle von Ehre auf die Herrlichkeit Gottes hingewiesen wird.
3 Punkte drücken diese Herrlichkeit aus:
- die Nähe Gottes (er berührt uns immer wieder neu, besonders durch sein Wort)
- die Kraft Gottes (von Jesus geht eine Kraft aus, die besonders durch die Gnade offenbar wird)
- das Licht Gottes (das wird besonders durch seinen Segen wahrnehmbar).
Was resultiert daraus? Zuerst einmal der Wunsch Gott selbst zu verherrlichen. Dies geschieht durch Anbetung und Dankbarkeit.
Und einen Begriff unterstrich der Bezirksapostel besonders. Er bezeichnete die Kirchengemeinde Landstrasse als Wohlfühlgemeinde. Dieses Gefühl der Gemeinschaft macht stark und resistent gegen das sogenannte Böse.
Der letzte Gedanke galt der Kirche als Stätte von Gottes Offenbarung, die wir Menschen lieben. Gott hat auch in jeden einzelnen Menschen etwas Göttliches hineingelegt. Das soll wachsen zu seiner Herrlichkeit.
Im Predigtbeitrag von Vorsteher Priester Y. Becker wurde die Frage nach dem Ort der Stätte Gottes gestellt. Es ist nicht bloss ein physischer Ort, sondern besonders ein Ort wo Menschen sind und Gott durch sie wirkt. Gott hat die Menschen mit allem versorgt, um ihre Situation zum Guten zu ändern. Jetzt liegt es nur am Menschen selbst diese Werkzeuge einzusetzen und das Göttliche offenbar werden zu lassen.
Priester R. Löwy griff den Gedanken des Tempels Gottes, der in den Menschen wohnt, auf. Dieser Tempel und auch der Geist Gottes sollen motivieren, eine Wohlfühlgemeinde für uns selbst, aber auch für andere zu werden.
Nach der Sündenvergebung und der Feier des Heiligen Abendmahl folgte noch ein besonderer Moment, das Abendmahl für die Seelen in den jenseitigen Bereichen. Zwei Priester nahmen stellvertretend für alle verlangenden Seelen dieses Abendmahl in Empfang.
Mit einem wunderbaren Musikstück ging dieser Jubiläumssonntag zu Ende und zurück blieben viel Freude und Dankbarkeit.
Th. Zadrazil